Für Eltern besonderer Kinder

Vielleicht dürfen Sie sich nicht über ein gesundes Kind freuen, trotzdem ist es auch für Sie und Ihr besonderes Kind möglich, einen guten Weg in dieser schweren Zeit zu finden und eine andere Art des Glücks für sich selbst und Ihr Baby zu entdecken, wenn Sie sich für die Besonderheit ihres Kindes öffnen…

Mein eigener Erfahrungshintergrund als Mutter eines besonderen Kindes
Als ich erfahren habe, dass meine kleine Tochter Leona Trisomie 18 hat (das Chromosom 18 ist 3 x anstatt 2 x vorhanden), wollte ich wissen, wie andere Eltern mit einer solchen Eröffnung umgehen.
Doch 1991/92 war es noch sehr mühselig, Kontakt zu anderen betroffenen Eltern zu finden, denn aus datenschutztechnischen Gründen war es schwierig, von anderen betroffenen Eltern zu erfahren. Außer humangenetischen Beratungsstellen gab es keine Ansprechpartner.

Um die Situation für die Eltern zu verändern gründete ich 1992, noch während der Schwangerschaft mit meiner kleinen Tochter, eine Eltern-Kontaktstelle für Eltern betroffener Kinder. 1993 folgte dann die Gründung des Vereins LEONA e.V., Verein für Eltern chromosomal geschädigter Kinder. Bis 2002 war ich für den Verein die Ansprechpartnerin für Eltern, die einen auffälligen Befund nach vorgeburtlicher Diagnostik erhalten haben. Mit meiner eigenen Erfahrung, meiner Spezialisierung auf Schwangerschaft, Geburt und die vorgeburtliche Mutter-Kind-Beziehung (Bindungsanalyse nach Hidas & Raffai, www.bindungsanalyse.de) bringe ich heute eine besondere Qualifikation für die Begleitung von Eltern besonderer Kinder mit.

Gespräche mit Ihrem ungeborenen Baby
Die Mitteilung, dass etwas beim Baby nicht in Ordnung ist, ist für die meisten Mütter so verstörend, dass sie sich ihrem Baby gegenüber zurücknehmen und sich ihm weniger zuwenden. Die Freude ist ins Stocken geraten. Angst und Sorge regieren.
Vielleicht denken Sie, ungeborene Babys bekommen nicht viel mit und kranke ungeborene Babys erst recht nicht, doch in meiner Praxis habe ich anderes erfahren.
Inzwischen ist man sich einig, dass die vorgeburtliche Zeit und im Besonderen die pränatale Beziehung zwischen Mutter und Kind für die weitere Entwicklung eines Menschen hochbedeutsam ist. Und Ihr Baby kann ebenfalls von einem innigen Kontakt zu Ihnen profitieren, auch wenn es in seiner Entwicklung nicht der Norm entspricht.
Die Erfahrungen aus der vorgeburtlichen Bindungsförderung haben gezeigt, dass Mütter mit ihrer Hinwendung die Entwicklung ihres Babys fördern können. Sogar wenn medizinische Schwierigkeiten vorliegen, werden diese durch freundliche Hinwendung oft abgemildert.
Durch die körperliche Anspannung bei Ängsten und Sorgen geht viel Energie verloren, auch wird die Durchblutung zum Baby reduziert, was hemmend auf Babys Entwicklung wirkt.
Die vorgeburtliche Bindungsförderung (Bindungsanalyse) kann eine wunderbare Möglichkeit sein, sich selbst etwas Gutes zu tun und gleichzeitig Ihrem Baby. In einem geschützten Raum können Sie Ihrem Baby  begegnen und es in seiner besonderen Persönlichkeit wahrnehmen und kennen lernen. Selbst wenn Sie sich für einen Abschied entscheiden sollten, kann es ein heilsamer Weg sein. Im kleinen Prinzen von Saint-Exupéry steht, dass man sich nur von etwas verabschieden könne, das man sich zuvor vertraut gemacht habe. Vielleicht möchten Sie die wenige Zeit mit Ihrem Baby nutzen und es noch ein wenig kennen lernen?

Aus Erfahrung weiß ich,
wie schwer ein auffälliger Befund beim Baby zu ertragen ist. Das Problem möglichst schnell loswerden zu wollen und deshalb einen Schwangerschaftsabbruch zu erwägen, ist eine verständliche Reaktion.
Es gibt durchaus Frauen/Paare, die mit dieser Entscheidung zurecht kommen und auch langfristig gut vor sich vertreten können. Doch habe ich auch viele Frauen kennengelernt, die im Anschluss an einen Abbruch sehr gelitten haben, weil sie im Vorfeld nicht wussten, was ihnen bevorsteht. Für diese Frauen gibt es im Anschluss an den Klinikaufenthalt oft wenig Hilfe.
Besser verarbeiten lässt sich ein solcher Eingriff, wenn alle Aspekte (nicht nur die medizinischen, sondern auch die gefühlsmäßigen Aspekte), die in dieser komplexen Situation eingeschlossen sind, umfassend beleuchtet werden.
Das Beste für eine langfristig tragfähige Verarbeitung ist jedoch, der Seele ausreichend Gehör zu schenken und die Entscheidung im Einklang mit ihr zu treffen.

Wie finde ich den richtigen Weg für mich?
Entscheidungen, die aus Vernunftgründen gefällt wurden, finden nicht immer den dauerhaften Gefallen des Herzens.
Damit Sie eine solche Erfahrung langfristig gut verarbeiten zu können, sollten Ihre Entscheidung auch nach Jahren noch tragfähig sein. Eine reine Kopfentscheidung ist da nicht immer der richtige Weg. Es ist besser, wenn Sie Ihre „Seele“ mit ins Boot holen, damit Ihnen zur Verarbeitung nicht nur die Verdrängung oder Ablenkung bleibt. Wenn Sie sich schwer tun, Ihren „Bauch“ wahrzunehmen, können Sie sich von mir beim Nachspüren anleiten lassen. Mithilfe eines körpertherapeutischen Ansatzes können Sie einen Zugang zu den tieferen Schichten Ihres Bauchgefühls vordringen und so den Weg finden, der Ihrem Inneren entspricht.

Egal, welchen Weg Sie gerade gehen oder für welchen Weg Sie sich entscheiden wollen, Sie brauchen ihn nicht alleine zu gehen, denn hier finden Sie Begleitung.